Im Zuge der Diskussion über die geplante Internetsperre, veranstaltete der Branchenverband Internet Service Provider Association Austria (ISPA) am 27.05.2008 eine Podiumsdiskussion mit zahlreichen Experten. Das Thema der Diskussion war "Sperren im Internet - Wirksame Maßnahme gegen Kinderpornografie im Netz?".
Man staunt nicht schlecht, wenn man diese Aussage ließt. Vor allem wenn diese von einem Kriminalbeamten des Bundeskriminalamtes getätigt wird. Harald Gremel, Internetermittler in der Meldestelle für Kinderpornografie, erklärte den Zuhörern, dass sich das BK nur für kommerzielle Seiten interessiert. Er glaubt, dass das organisierte Verbrechen viel Geld mit Kinderpornografie verdient. Ziel der Kriminalpolizei sei die Zerstörung kommerzieller Strukturen. Webfilter seien zwar kein Allheilmittel gegen Kinderpornos, aber "ein wirksames Mittel zur Erschwerung der kommerziellen Verbreitung." Dass diese Sperre umgehbar sei, gab auch Gremel zu.
Die Kriminalpolizei versucht auch nicht Seiten mit kinderpornografischem Inhalt entfernen zu lassen. "Da die Server im Ausland stehen, ist das Einschreiten österreichischen Behörden untersagt", so Gremel gegenüber heise online. Auch E-Mails werden nicht an den zuständigen Provider geschickt. Obwohl dadurch sehr wohl Seiten gelöscht werden würden, wie der Versuch der AK Zensur zeigte (Bericht). Vielmehr werden nur die Daten an die zuständigen, ausländischen Behörden weitergegeben.
Über 5000 Hinweise gingen bei der Meldestelle des Bundeskriminalamtes ein, 3000 davon waren verwertbar. Auf österreichischen Servern lagen fast keine Seiten mit kinderpornografischem Inhalt, abgesehen von gehackten Seiten, auf denen Dateien gegen den Willen der Betreiber lagen.
Die meisten Server mit einschlägigem Material stünden in den USA, aber auch in Russland, Spanien und den Niederlanden. 2008 haben nur 3 Meldungen Seiten auf österreichischen Servern betroffen, diese wurden sofort offline genommen.
(via heise.de)